Double Bass Array richtig einmessen: Theorie und Praxis im Heimkino
Zusammenfassung
In diesem Beitrag erläutern wir zunächst die physikalischen Grundlagen eines Double Bass Arrays. Anschließend vergleichen wir die unterschiedlichen Einmessstrategien, die sich in unserer täglichen Praxis etabliert haben. Zum Schluss zeigen wir, weshalb wir bei unseren Heimkinobauprojekten den Hörplatz als Referenz für die Einmessung wählen und welche Überlegungen hinter diesem Vorgehen stehen.
Über den Autor
Holger Franz ist Geschäftsführer der Heimkinobau GmbH und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Planung und dem Bau dedizierter Heimkinos. Mit mehr als 680 realisierten Heimkinos und über 2.000 Einmessungen zählt er zu den erfahrensten Heimkino-Planern und -Installateuren im deutschsprachigen Raum.
(Stand: 08-2026)
Einleitung
Ein Double Bass Array richtig einzumessen gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben bei der akustischen Optimierung eines Heimkinos. Kaum ein Thema rund um das Double Bass Array (DBA) wird unter Heimkino-Enthusiasten so kontrovers diskutiert wie die richtige Einmessung. Während das ursprüngliche DBA-Konzept die physikalischen Grundlagen für die aktive Unterdrückung von Raummoden beschreibt, existieren für die praktische Einmessung realer Heimkinos unterschiedliche Vorgehensweisen. Genau diese Unterschiede führen häufig zu Missverständnissen und unterschiedlichen Empfehlungen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb:
Wie lässt sich ein Double Bass Array in einem realen Heimkino sinnvoll einmessen?
Kurzantwort: Ein Double Bass Array nutzt zwei gegenüberliegende Subwoofer-Arrays, um störende Längsmoden im Bassbereich aktiv zu reduzieren. Das ursprüngliche Konzept beschreibt das physikalische Ziel, die von der Rückwand zurücklaufende Wellenfront möglichst vollständig zu unterdrücken. Wie Laufzeit, Pegel und Phase in einem realen Heimkino praktisch optimiert werden, wird darin jedoch nicht verbindlich beschrieben. Deshalb haben sich unterschiedliche Vorgehensweisen etabliert, die jeweils verschiedene Optimierungsziele verfolgen.
Inhaltsverzeichnis
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Wie funktioniert ein Double Bass Array?
Ein Double Bass Array (DBA) verfolgt das Ziel, die Basswiedergabe in einem Raum möglichst gleichmäßig und präzise zu gestalten – im Idealfall über alle Sitzplätze und Sitzreihen. Grundlage dafür ist nicht die Korrektur einzelner Raummoden durch einen Equalizer, sondern die gezielte Beeinflussung der Schallausbreitung bereits an ihrer Entstehung.
An der Vorderwand des Heimkinos werden mehrere Subwoofer in einer definierten Anordnung als Array betrieben. Durch ihre Positionierung und das gleichzeitige Ansteuern entsteht innerhalb eines bestimmten Frequenzbereichs eine möglichst ebene Wellenfront, die sich nahezu parallel durch den Raum ausbreitet. Dadurch werden Quer- und Höhenmoden gegenüber einzelnen oder asymmetrisch angeordneten Subwoofern deutlich weniger angeregt.
Merksatz: Eine ebene Wellenfront kann man sich vereinfacht wie eine gerade Wand aus Schall vorstellen, die sich gleichmäßig durch den Raum bewegt.
Die nahezu ebene Wellenfront läuft anschließend in Richtung Rückwand. Dort würde sie ohne weitere Maßnahmen reflektiert werden und erneut durch den Raum laufen. Die reflektierte Wellenfront überlagert sich mit der nachfolgenden Schallausbreitung. Dadurch entstehen die für Längsmoden typischen Pegelschwankungen und Nachschwingeffekte.
Hier setzt das zweite Subwoofer-Array an der Rückwand an. Es wird mit einer definierten Laufzeitverzögerung und invertierter Polarität angesteuert. Dadurch entsteht eine zweite Wellenfront, die der an der Rückwand eintreffenden Wellenfront entgegenwirkt und deren Rücklauf durch destruktive Interferenz möglichst weitgehend unterdrückt.
Im Idealfall durchläuft den Hörbereich nur noch eine nahezu ebene Wellenfront, ohne dass sich ausgeprägte stehende Wellen ausbilden. Das Ergebnis ist eine deutlich gleichmäßigere Basswiedergabe mit geringeren Pegelschwankungen, kürzeren Nachschwingzeiten und einer konsistenteren Wiedergabe über mehrere Sitzplätze hinweg.
Physikalische Grundlagen in der Theorie
Die physikalischen Grundlagen eines Double Bass Arrays (DBA) sind seit vielen Jahren bekannt und in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Ziel des ursprünglichen Konzepts ist es, die an der Rückwand eintreffende Wellenfront möglichst vollständig zu unterdrücken, sodass keine störenden Reflexionen in den Raum zurücklaufen.
Entscheidend dafür ist zunächst die Anordnung der Subwoofer. Statt den Bass von einem einzelnen Punkt abzustrahlen, werden mehrere Subwoofer in definierten Abständen über die Stirnwand verteilt. Bei einem Array aus vier Subwoofern liegen die akustischen Zentren typischerweise bei 1/4 und 3/4 der Raumbreite sowie bei 1/4 und 3/4 der Raumhöhe. Die seitlichen Begrenzungsflächen sowie Boden und Decke wirken dabei akustisch als Spiegel der Schallquellen.
Je größer die Abstände zwischen den einzelnen Subwoofern werden, desto niedriger liegt die obere Grenzfrequenz, bis zu der das Array eine ebene Wellenfront erzeugen kann. Bei größeren Wandflächen werden daher entsprechend mehr Subwoofer benötigt, wenn die gewünschte obere Grenzfrequenz erhalten bleiben soll.

Abbildung 1: Vergleich der Subwoofer-Anordnung mit einem, zwei und vier Subwoofern an der Stirnwand. Mit zunehmender Anzahl und geeigneter Positionierung lässt sich die Schallausbreitung über die Raumhöhe und -breite gezielter kontrollieren.
Durch die Überlagerung der von den einzelnen Subwoofern erzeugten Schallfelder entsteht innerhalb des vorgesehenen Arbeitsbereichs des Arrays eine näherungsweise ebene Wellenfront. Vereinfacht betrachtet breitet sich der Bass dadurch nicht mehr wie von einer einzelnen punktförmigen Schallquelle kugelförmig in alle Richtungen aus, sondern die gemeinsame Wellenfront bewegt sich weitgehend parallel zur Stirnwand durch den Raum.

Abbildung 2: Entstehung einer ebenen Wellenfront durch die Überlagerung der von den einzelnen Subwoofern abgestrahlten Schallwellen. Mit zunehmendem Abstand zum Array nähert sich die resultierende Wellenfront einer ebenen Ausbreitung an.
Damit ist allerdings erst die erste Hälfte eines Double Bass Arrays beschrieben. Trifft diese Wellenfront auf die gegenüberliegende Rückwand, würde sie dort reflektiert und wieder in den Raum zurücklaufen.
Genau hier kommt das zweite, hintere Subwoofer-Array ins Spiel. Es wird mit invertierter Polarität und einer definierten Laufzeitverzögerung angesteuert. Die Verzögerung orientiert sich zunächst an der Zeit, welche die vom vorderen Array erzeugte Wellenfront benötigt, um die Raumlänge bis zum hinteren Array zurückzulegen. Ziel ist, dass das hintere Array der eintreffenden Wellenfront so entgegenwirkt, dass deren Reflexion an der Rückwand möglichst weitgehend unterdrückt wird.
Merksatz: Das hintere Subwoofer-Array soll nicht einfach zusätzlichen Bass erzeugen, sondern die an der Rückwand eintreffende Wellenfront durch destruktive Interferenz möglichst weitgehend auslöschen und damit deren Rückreflexion in den Raum verhindern.
In einem idealisierten rechteckigen Raum entsteht so ein kontrolliertes Schallfeld, bei dem insbesondere die problematischen Längsmoden deutlich reduziert werden können. Die theoretisch berechneten Werte für Laufzeit und Pegel bilden dabei den Ausgangspunkt. In realen Heimkinoräumen weichen die optimalen Einstellungen jedoch häufig davon ab – unter anderem durch Raumgeometrie, Wandaufbau, akustische Maßnahmen und die tatsächlichen Positionen der Subwoofer.
Genau an diesem Punkt beginnt die praktische Einmessung eines Double Bass Arrays.
Warum gibt es unterschiedliche Einmessstrategien?
Die theoretischen Grundlagen eines Double Bass Arrays wurden im vorherigen Kapitel erläutert und sind seit vielen Jahren in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Deutlich weniger eindeutig ist hingegen die praktische Einmessung eines DBA in einem realen Heimkino.
Der Grund dafür ist einfach: Die Theorie beschreibt sehr genau das physikalische Ziel eines Double Bass Arrays. Sie macht jedoch keine verbindlichen Vorgaben dazu, an welcher Position Laufzeit, Pegel und Polarität in einem konkreten Heimkino optimiert werden sollen.
Dadurch haben sich im Laufe der Jahre unterschiedliche Einmessstrategien entwickelt. Nach unserer Erfahrung verfolgen alle etablierten Einmessstrategien dasselbe Ziel – eine möglichst gleichmäßige und kontrollierte Basswiedergabe. Die Unterschiede liegen nicht im Ziel, sondern darin, an welcher Stelle des Systems die Optimierung vorgenommen wird.
Merksatz: Nicht die Theorie ist umstritten, sondern die praktische Umsetzung.
In den folgenden Abschnitten stellen wir deshalb die beiden heute am häufigsten verwendeten Vorgehensweisen gegenüber. Anschließend zeigen wir, warum wir bei Heimkinobau den Hörplatz als Referenz für die Einmessung wählen und warum wir diesen Ansatz in unseren Heimkinoprojekten einsetzen.
Einmessung eines Double Bass Arrays in der Praxis
Für die Einmessung eines Double Bass Arrays haben sich in der Praxis unterschiedliche Vorgehensweisen etabliert. Sie verfolgen alle dasselbe Ziel – eine möglichst gleichmäßige und präzise Basswiedergabe –, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte bei der Einmessung.
Grundsätzlich haben sich zwei Ansätze etabliert:
- Optimierung mit Fokus auf das theoretische DBA-Prinzip – Ziel ist eine möglichst vollständige Unterdrückung der an der Rückwand eintreffenden Wellenfront.
- Optimierung mit Fokus auf den Hörplatz – Ziel ist das bestmögliche Ergebnis an den Sitzplätzen, unabhängig davon, wie sich die Wellenfront unmittelbar vor der Rückwand verhält.
Merksatz: Beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel. Sie unterscheiden sich lediglich darin, wo das DBA optimiert wird.

Abbildung 3: Vergleich der Messpositionen beim Einmessen eines Double Bass Arrays: links die Messung unmittelbar vor dem hinteren Subwoofer-Array, rechts die Messung auf Ohrhöhe am Referenzsitzplatz.
Optimierung mit Fokus auf die Auslöschung der Wellenfront an der Rückwand
Bei diesem Ansatz steht die möglichst vollständige Unterdrückung der an der Rückwand eintreffenden Wellenfront im Mittelpunkt. Ziel ist es, die rücklaufende Schallwelle so weit wie möglich zu reduzieren, damit möglichst wenige Reflexionen in den Raum zurücklaufen und sich ausgeprägte Längsmoden bilden können.
Dazu werden Laufzeit, Pegel und Polarität des hinteren Subwoofer-Arrays so angepasst, dass die erzeugte Wellenfront der an der Rückwand eintreffenden Wellenfront möglichst genau entgegenwirkt. Im Idealfall werden beide Wellenfronten durch destruktive Interferenz weitgehend ausgelöscht.
Merksatz: Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht nicht der Hörplatz, sondern die möglichst vollständige Auslöschung der Wellenfront an der Rückwand.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass sie sich unmittelbar am physikalischen Funktionsprinzip des Double Bass Arrays orientiert. Wie gleichmäßig der Bass anschließend an den Sitzplätzen wiedergegeben wird, hängt jedoch immer vom jeweiligen Raum und dessen akustischen Eigenschaften ab.
Optimierung mit Fokus auf den Hörplatz
Bei diesem Ansatz steht das Klangerlebnis an den späteren Sitzplätzen im Mittelpunkt. Ziel ist es, dort eine möglichst gleichmäßige Basswiedergabe mit geringen Pegelschwankungen und kurzen Nachschwingzeiten zu erreichen.
Laufzeit, Pegel und Polarität des hinteren Subwoofer-Arrays werden deshalb so lange angepasst, bis sich am Hörplatz das bestmögliche Messergebnis ergibt. Die Auslöschung der Wellenfront an der Rückwand bleibt dabei weiterhin ein wichtiger Bestandteil des DBA-Prinzips, ist jedoch nicht das alleinige Optimierungsziel.
Merksatz: Entscheidend ist nicht, wie die Messung unmittelbar vor der Rückwand aussieht, sondern welches Ergebnis später an den Sitzplätzen erreicht wird.
Wir verfolgen diesen Ansatz bei der Einmessung unserer Heimkinos bewusst. Aus unserer Erfahrung mit über 2.000 Einmessungen liefert die Optimierung am Hörplatz in realen Heimkinos die reproduzierbar besten Ergebnisse für die späteren Sitzplätze. Entscheidend ist aus unserer Sicht nicht die theoretisch perfekte Messung an der Rückwand, sondern die tatsächlich erreichte Bassqualität dort, wo später gehört wird.
Unsere Vorgehensweise: Double Bass Array richtig einmessen
Ein Double Bass Array richtig einzumessen bedeutet, die theoretischen Vorgaben an die tatsächlichen Bedingungen des jeweiligen Raums anzupassen. Jedes Heimkino besitzt eine eigene Raumgeometrie, unterschiedliche Lautsprecherpositionen und individuelle akustische Eigenschaften. Deshalb gibt es aus unserer Sicht keine Einmessung nach einem festen Schema. Jede Änderung muss gemessen, bewertet und im Gesamtkontext beurteilt werden.
1. Ausgangsbasis schaffen
Zu Beginn werden das vordere und hintere Subwoofer-Array einzeln überprüft und aufeinander abgestimmt. Als Referenz dient dabei der spätere Hörplatz, da dort letztlich das klangliche Ergebnis erreicht werden soll.
2. Pegel und Laufzeit optimieren
Anschließend wird die Laufzeit und der Pegel des hinteren Subwoofer-Arrays schrittweise verändert und nach jeder Änderung erneut gemessen. Der theoretisch berechnete Wert der Laufzeit dient dabei als sinnvoller Ausgangspunkt, der Pegel muss dabei aber auch berücksichtigt werden. Die endgültige Einstellung ergibt sich jedoch aus den Messergebnissen des jeweiligen Heimkinos.
3. Messergebnisse beurteilen
Eine einzelne Messung reicht für die Beurteilung nicht aus. Erst das Zusammenspiel verschiedener Messungen zeigt, welche Einstellung die besten Voraussetzungen für eine gleichmäßige Basswiedergabe schafft. Dabei betrachten wir sowohl den Frequenzgang als auch das Zeitverhalten des Systems und bewerten immer das Gesamtergebnis.
4. Entzerrung erst zum Schluss
Erst wenn Pegel, Polarität und Laufzeit optimal aufeinander abgestimmt sind, beginnt die eigentliche Entzerrung. Dadurch werden verbleibende Unregelmäßigkeiten im Bassbereich reduziert und der Frequenzgang weiter optimiert. Würde dieser Schritt bereits früher erfolgen, müssten viele Einstellungen nach jeder Änderung erneut angepasst werden.

Abbildung 4: Frequenzgang und Phasenverlauf eines in der Praxis eingemessenen Double Bass Arrays am Referenzsitzplatz nach erfolgter finaler Entzerrung. Die Darstellung von 20–120 Hz mit nur 1/48-Oktav-Glättung zeigt den sehr gleichmäßigen Bassfrequenzgang ohne ausgeprägte Überhöhungen oder Einbrüche.
Neben dem Frequenzgang betrachten wir auch das zeitliche Abklingverhalten. Dadurch lässt sich beurteilen, ob einzelne Frequenzbereiche trotz eines gleichmäßigen Pegelverlaufs noch übermäßig lange nachschwingen.

Abbildung 5: Wasserfalldiagramm desselben Double Bass Arrays am Referenzsitzplatz über einen Zeitraum von 500 ms. Neben dem Frequenzgang wird hier das zeitliche Abklingverhalten sichtbar. Länger ausklingende Resonanzen würden sich als ausgeprägte, weit nach hinten reichende Strukturen zeigen.
5. Feinabstimmung
Zum Abschluss werden sämtliche Messergebnisse gemeinsam bewertet und durch ausführliches Probehören überprüft. Eine Einmessung betrachten wir erst dann als abgeschlossen, wenn Frequenzgang, Zeitverhalten und Klangeindruck am Hörplatz ein stimmiges Gesamtergebnis ergeben. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet nach unserer Erfahrung über die Qualität einer DBA-Einmessung.
Merksatz: Nach unserer Erfahrung gibt es keine einzelne Messung und keinen festen Zahlenwert, der über eine gelungene DBA-Einmessung entscheidet. Erst die fachgerechte Interpretation vieler Messungen im Zusammenhang mit dem Klangeindruck am Hörplatz führt zu einem dauerhaft überzeugenden Ergebnis.
Die Einmessung des Double Bass Arrays bildet anschließend die Grundlage für die weitere Systemeinmessung. Danach werden alle übrigen Lautsprecher hinsichtlich Pegel, Laufzeit und Frequenzgang individuell eingemessen und anschließend zu einem perfekt aufeinander abgestimmten Gesamtsystem integriert. Den Abschluss bildet ein ausführliches Probehören gemeinsam mit dem Besitzer. Dabei wird das gesamte Heimkino auf dessen persönlichen Hörgeschmack fein abgestimmt.
Double Bass Array professionell einmessen lassen
Die Einmessung eines Double Bass Arrays erfordert mehr als die Berechnung von Pegel und Laufzeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Messungen, korrekter Interpretation der Ergebnisse und der abschließenden Abstimmung des gesamten Systems.
Wir führen professionelle Einmessungen und Akustik-Optimierungen direkt vor Ort durch. Dabei werden nicht nur das Double Bass Array, sondern auch Lautsprecher, Übergangsbereiche, Laufzeiten und Frequenzgänge aufeinander abgestimmt und das Gesamtsystem abschließend nach Gehör feinjustiert.
Mehr zu Professionelle Akustik-Optimierung und Einmessung >>
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Einmessung eines Double Bass Arrays
Kann jedes Heimkino mit einem Double Bass Array ausgestattet werden?
Nein. Ein Double Bass Array benötigt geeignete Platzverhältnisse an Vorder- und Rückwand. Ob sich ein Raum dafür eignet, hängt unter anderem von seiner Geometrie, den Einbaumöglichkeiten und den baulichen Gegebenheiten ab.
Welche Rolle spielt die Raumgröße bei einem Double Bass Array?
Die Raumgröße beeinflusst die erforderliche Anzahl der Subwoofer, deren Positionierung und die spätere Einmessung. Das eigentliche Funktionsprinzip eines Double Bass Arrays bleibt jedoch unabhängig von der Raumgröße gleich.
Wie viele Subwoofer benötigt ein Double Bass Array?
Die Anzahl der Subwoofer hängt von der Raumgröße, den Raumabmessungen und dem gewünschten Ergebnis ab. In kleinen Heimkinos können bereits vier Subwoofer sinnvoll sein. Größere Räume profitieren häufig von sechs, acht oder noch mehr Subwoofern. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Anzahl, sondern vor allem deren richtige Positionierung und die anschließende professionelle Einmessung.
Muss ein Double Bass Array perfekt symmetrisch aufgebaut sein?
Ein möglichst symmetrischer Aufbau ist die ideale Voraussetzung. In realen Heimkinos lassen sich jedoch nicht immer alle Lautsprecher exakt nach Theorie positionieren. Mit einer sorgfältigen Einmessung können viele dieser Abweichungen zumindest teilweise ausgeglichen werden.
Spielt die Bauart der Subwoofer bei einem Double Bass Array eine Rolle?
Grundsätzlich lassen sich sowohl aktive als auch passive Subwoofer sowie verschiedene Gehäusebauarten in einem Double Bass Array einsetzen. Für die Einmessung ist jedoch vor allem wichtig, dass die Subwoofer möglichst identisch sind und sich präzise aufeinander abstimmen lassen. Welche Bauart im Einzelfall die beste Wahl ist, hängt von den jeweiligen Anforderungen des Heimkinos ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Welche Messtechnik benötigt man zum Einmessen eines Double Bass Arrays?
Für die professionelle Einmessung eines Double Bass Arrays wird ein leistungsfähiger DSP benötigt. Dieser kann entweder als separates Gerät oder bereits in einem Audioprozessor oder einer DSP-Endstufe integriert sein. Zusätzlich kommen ein kalibriertes Messmikrofon sowie Messsoftware wie Room EQ Wizard (REW) zum Einsatz. Erst das Zusammenspiel aus geeigneter Hardware, präzisen Messungen und der richtigen Interpretation der Ergebnisse ermöglicht eine optimale Abstimmung des Systems.
Kann man ein Double Bass Array selbst einmessen?
Grundsätzlich ja. Dafür werden jedoch geeignete Messtechnik, Software wie REW, umfangreiche Erfahrung bei der Interpretation der Messungen und viel Zeit benötigt. Bereits kleine Änderungen bei Laufzeit, Pegel oder Entzerrung können das Gesamtergebnis deutlich verändern. Genau deshalb entscheidet in der Praxis meist nicht die Messtechnik, sondern die Erfahrung bei der Interpretation der Messergebnisse.
Wird ein Double Bass Array an der Rückwand oder am Hörplatz eingemessen?
Beides spielt eine Rolle. Nach unserer Erfahrung liefert jedoch eine Optimierung mit Fokus auf den späteren Hörplatz in realen Heimkinos die praxisgerechteren Ergebnisse. Deshalb dient der Hörplatz bei unserer Einmessung als zentrale Referenz, während die Auslöschung der Wellenfront an der Rückwand weiterhin berücksichtigt wird.
Wann erfolgt die Entzerrung eines Double Bass Arrays?
Die Entzerrung erfolgt erst, nachdem Laufzeit, Pegel und Polarität optimal aufeinander abgestimmt wurden. Erst dann lassen sich verbleibende Unregelmäßigkeiten im Frequenzgang sinnvoll korrigieren.
Warum unterscheiden sich Messergebnisse und Höreindruck manchmal?
Messdiagramme liefern wichtige Informationen über das Verhalten eines Lautsprechersystems, können den subjektiven Höreindruck jedoch nicht vollständig beschreiben. Deshalb betrachten wir Messdiagramme immer nur als Entscheidungsgrundlage. Ob eine Einmessung wirklich gelungen ist, entscheidet sich erst im Zusammenspiel aus Messwerten und dem Klangeindruck am Hörplatz.
Wie lange dauert die Einmessung eines Double Bass Arrays?
Das hängt vom Raum, der Anzahl der Subwoofer und den gewünschten Optimierungen ab. Bei einem professionellen Heimkino nimmt die Einmessung des DBA oft mehrere Stunden in Anspruch und bildet anschließend die Grundlage für die komplette Einmessung aller Lautsprecher.
Kann ein Double Bass Array Raummoden vollständig beseitigen?
Nein. Ziel eines Double Bass Arrays ist es nicht, sämtliche Raummoden vollständig zu eliminieren. Durch die kontrollierte Ausbreitung der Schallwelle und eine sorgfältige Einmessung lassen sich jedoch insbesondere die störenden Längsmoden deutlich reduzieren und eine wesentlich gleichmäßigere Basswiedergabe im gesamten Hörbereich erreichen.
Lässt sich ein Double Bass Array später noch nachträglich optimieren?
Ja. Werden Lautsprecher, Subwoofer, Sitzpositionen oder die Raumakustik verändert, sollte das Double Bass Array erneut überprüft und gegebenenfalls neu eingemessen werden. Auch ein neuer Audioprozessor oder zusätzliche Subwoofer können eine erneute Abstimmung sinnvoll machen.
Quellen und weiterführende Literatur
Anselm Goertz, Markus Wolff & Lutz Naumann: „Optimierung der Tieftonwiedergabe in Tonstudios und Abhörräumen“ – grundlegende Darstellung zur Tieftonwiedergabe, zur Erzeugung ebener Wellenfronten und zur gezielten Beeinflussung von Raummoden mit Subwoofer-Anordnungen.
Original-Publikation bei der DEGA als PDF
Wikipedia: Double Bass Array – zusammenfassende Darstellung des Funktionsprinzips, der Anordnung der Subwoofer sowie der zeitverzögerten und invertierten Ansteuerung des rückwärtigen Arrays.
Wikipedia – Double Bass Array
Götz Schwamkrug & Rainer Römer: „Lautsprecher – Dichtung und Wahrheit“, Elektor-Verlag – Grundlagen zu Lautsprechern, Schallausbreitung und elektroakustischen Zusammenhängen.
PDF-Ausgabe „Lautsprecher – Dichtung und Wahrheit“
CEDIA / CTA: RP22 – Immersive Audio Design Recommended Practice – aktueller Branchenstandard für die Planung hochwertiger Immersive-Audio-Systeme. RP22 definiert das Double Bass Array als symmetrische Anordnung von Subwoofern an gegenüberliegenden Wänden, die elektronisch zur Reduzierung von Raummoden optimiert wird.
CEDIA/CTA RP22 als PDF
audioXpress: „Simulation Techniques: Double Bass Arrays“ – ausführliche technische Betrachtung des DBA mittels Simulationen. Der Beitrag untersucht insbesondere Schallfeld, Schalldruckverteilung und Resonanzen und ordnet das DBA in die Forschung zu Subwoofer-Arrays und Raummoden ein.
audioXpress – Simulation Techniques: Double Bass Arrays
Eigene Praxiserfahrung Heimkinobau GmbH und VDK Akustik GmbH
Die theoretischen Grundlagen werden durch Erkenntnisse aus über 680 realisierten Heimkinos und mehr als 2.000 durchgeführten Einmessungen ergänzt. Die im Artikel beschriebene praxisorientierte Vorgehensweise bei der DBA-Einmessung wird ebenfalls von Holger von der Krone, Geschäftsführer der VDK Akustik GmbH, angewendet. Holger von der Krone hat seine Erfahrungen zudem in die fachliche Ausarbeitung dieses Artikels eingebracht.







