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Audyssey vs. Dirac im Heimkino: Welches Einmesssystem ist besser?

Zusammenfassung

Audyssey und Dirac gehören zu den leistungsfähigsten Einmesssystemen für AV-Receiver und AV-Prozessoren. Beide können Frequenzgang, Pegel und Laufzeiten korrigieren und ermöglichen eine individuelle Abstimmung des Heimkinos. Die Grundlagen und Funktionen haben wir bereits ausführlich in unseren Artikeln „Audyssey im Heimkino: MultEQ XT32, App und MultEQ-X erklärt“ und „Dirac im Heimkino: Dirac Live, Bass Control und ART erklärt“ behandelt. In diesem Artikel konzentrieren wir uns deshalb ausschließlich auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Systeme.

Einen pauschalen Sieger gibt es jedoch nicht.

Kurz gesagt: Wer möglichst individuell und kontrolliert mit REW arbeiten möchte, findet in MultEQ-X ein sehr leistungsfähiges Werkzeug. Wer einen stärker automatisierten Workflow oder die zusätzlichen Möglichkeiten von Bass Control und ART nutzen möchte, findet diese bei Dirac. Beide Systeme können bei korrekter Einmessung sehr gute Ergebnisse erzielen.

Über den Autor

Holger Franz ist Geschäftsführer der Heimkinobau GmbH und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Planung und dem Bau dedizierter Heimkinos. Mit mehr als 680 realisierten Heimkinos und über 2.000 Einmessungen zählt er zu den erfahrensten Heimkino-Planern und -Installateuren im deutschsprachigen Raum.
(Stand: 08-2026)

→ Mehr über den Autor Holger Franz

Einleitung

Audyssey und Dirac verfolgen dasselbe grundlegende Ziel: Lautsprecher und Subwoofer möglichst gut an den Raum und den vorgesehenen Hörbereich anzupassen. In vielen aktuellen AV-Receivern und AV-Prozessoren stehen beide Systeme sogar alternativ zur Verfügung. Damit stellt sich zunehmend die Frage, welches Einmesssystem für das eigene Heimkino die bessere Wahl ist.

Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht. Audyssey MultEQ-X und Dirac Live unterscheiden sich weniger darin, ob sich damit ein Heimkino hochwertig einmessen lässt, sondern vor allem darin, wie der Anwender zu diesem Ergebnis gelangt und welche Möglichkeiten für weitergehende Optimierungen zur Verfügung stehen.

In diesem Vergleich konzentrieren wir uns deshalb auf die entscheidenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Praxis: die manuellen Eingriffs- und Optimierungsmöglichkeiten, die Integration von Lautsprechern und Subwoofern sowie die zusätzlichen Möglichkeiten von Dirac Live Bass Control und ART. Die grundsätzliche Funktionsweise der Systeme setzen wir dabei bewusst voraus.

Inhaltsverzeichnis

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Audyssey vs. Dirac – die Unterschiede im direkten Vergleich

Grafische Übersicht Audyssey Raumkorrektur im Vergleich

Abbildung 1: Audyssey MultEQ XT32, MultEQ-X sowie Dirac Live, Bass Control und ART im direkten Vergleich – von der integrierten Raumkorrektur bis zu erweiterten Möglichkeiten für individuelle Optimierung, Bassmanagement und aktive Schallfeldkontrolle.

Die Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede: Audyssey MultEQ XT32 bietet bereits eine leistungsfähige, weitgehend automatisierte Raumkorrektur und ist bei vielen kompatiblen AV-Receivern integriert. MultEQ-X erweitert diese Basis um deutlich umfangreichere Möglichkeiten für eine individuelle, manuell kontrollierte Optimierung. Dirac Live verfolgt einen stärker geführten Ansatz und erweitert diesen mit Bass Control und ART um zusätzliche Möglichkeiten für die gemeinsame Optimierung von Lautsprechern und Subwoofern sowie die aktive Schallfeldkontrolle im Tieftonbereich. Daraus lässt sich jedoch kein allgemeiner Qualitätsunterschied ableiten – alle drei Ansätze können bei sorgfältiger Einmessung und Optimierung sehr gute Ergebnisse erzielen.

MultEQ-X vs. Dirac Live in der praktischen Anwendung

Wichtig zur Einordnung: Audyssey MultEQ XT32 ist bei vielen kompatiblen Denon- und Marantz-Geräten bereits integriert und kann direkt über den AV-Receiver eingemessen werden. Die kostenpflichtige MultEQ Editor App erweitert die Möglichkeiten zur Anpassung der Einmessung. MultEQ-X geht noch deutlich weiter und bietet am Windows-PC wesentlich umfangreichere Möglichkeiten zur Kontrolle und individuellen Optimierung. Wenn wir Audyssey in diesem Vergleich hinsichtlich der manuellen Eingriffsmöglichkeiten beurteilen, beziehen wir uns deshalb überwiegend auf MultEQ-X.

Aus unserer langjährigen Einmesspraxis liegt der größte Unterschied zwischen Audyssey MultEQ-X und Dirac Live weniger in der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit als im Arbeitsablauf. Mit beiden Systemen lässt sich ein Heimkino sehr präzise abstimmen, der Weg zum gewünschten Ergebnis unterscheidet sich jedoch deutlich.

MultEQ-X bietet sehr weitreichende Möglichkeiten für manuelle Eingriffe. Messdaten, Zielkurven, Pegel, Laufzeiten, Übergangsfrequenzen und weitere Parameter lassen sich gezielt kontrollieren und anpassen. In unserer Praxis kombinieren wir MultEQ-X deshalb mit zusätzlichen Messungen in REW. Dadurch können wir einzelne Änderungen vornehmen, anschließend unmittelbar kontrollieren und die Abstimmung Schritt für Schritt weiter verfeinern. Gerade bei der Integration von Lautsprechern und Subwoofern empfinden wir diesen Workflow als sehr flexibel.

Dirac Live führt den Anwender stärker durch den Einmess- und Optimierungsprozess. Das macht das System insbesondere für Anwender interessant, die sich nicht intensiv mit manueller Entzerrung und REW beschäftigen möchten. Zielkurven und weitere Einstellungen lassen sich dennoch individuell anpassen. Änderungen erfordern innerhalb des Dirac-Workflows jedoch häufiger eine erneute Filterberechnung.

Das bedeutet nicht, dass bei Dirac auf Kontrollmessungen verzichtet werden sollte. Auch hier empfehlen wir, das tatsächliche Ergebnis anschließend beispielsweise mit REW zu überprüfen. Eine erfolgreiche Filterberechnung allein ist noch kein Beleg dafür, dass Lautsprecher, Subwoofer und Übergangsbereiche am Hörplatz optimal zusammenspielen.

Für die praktische Anwendung ergibt sich daraus vor allem eine Frage des bevorzugten Workflows: Wer möglichst tief in die Abstimmung eingreifen und Änderungen iterativ selbst kontrollieren möchte, findet mit MultEQ-X ein ausgesprochen flexibles Werkzeug. Wer einen stärker geführten und automatisierten Weg bevorzugt, findet diesen eher bei Dirac Live.

Bass Control und ART: Wo Dirac zusätzliche Möglichkeiten bietet

Ein deutlicher funktionaler Unterschied zwischen Audyssey MultEQ-X und Dirac liegt bei den weiterführenden Dirac-Erweiterungen Bass Control und Active Room Treatment (ART). Während sich mit MultEQ-X Übergangsfrequenzen, Subwoofer und Lautsprecher sehr individuell abstimmen lassen, bietet Dirac hierfür zusätzliche automatisierte Verfahren.

Dirac Live Bass Control betrachtet die Tieftonwiedergabe stärker als zusammenhängendes System. Subwoofer werden nicht nur für sich betrachtet, sondern gemeinsam mit den Lautsprechern optimiert. Dabei werden unter anderem Phase und zeitliche Abstimmung berücksichtigt. Gerade bei mehreren Subwoofern und komplexen Übergängen zwischen Lautsprechern und Subwoofern ist das ein wesentlicher funktionaler Unterschied zu MultEQ-X.

Noch größer wird der Unterschied mit Dirac ART. Hier können geeignete Lautsprecher und Subwoofer andere Kanäle im Tieftonbereich aktiv unterstützen. Dadurch kann ART nicht nur den Frequenzgang beeinflussen, sondern auch Resonanzen und das Abklingverhalten des Raumes gezielt kontrollieren. Ein direkt entsprechendes Verfahren bietet MultEQ-X nicht.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein System mit Bass Control oder ART grundsätzlich besser klingt als eine sorgfältig optimierte Audyssey-Einmessung. Das tatsächliche Ergebnis hängt weiterhin erheblich vom Raum, dem Lautsprecher- und Subwoofersystem, deren Aufstellung, der Einmessung und der anschließenden Kontrolle ab.

Entscheidend ist allerdings, ob das vorhandene Lautsprecher- und Subwoofersystem ART überhaupt genügend geeignete Support-Lautsprecher zur Verfügung stellt.

Seine besonderen Möglichkeiten kann ART vor allem dann ausspielen, wenn mehrere Subwoofer beziehungsweise ausreichend tieftonfähige Lautsprecher vorhanden sind, die sich gegenseitig unterstützen können. Je mehr geeignete und sinnvoll einsetzbare, räumlich unterschiedlich positionierte Schallquellen zur Verfügung stehen, desto größer sind grundsätzlich die Möglichkeiten für die aktive Kontrolle des Tieftonbereichs.

Bei einem typischen Satellitensystem mit nur einem Subwoofer und Lautsprechern, die unterhalb von etwa 80 Hz kaum noch nutzbaren Tiefton wiedergeben können, fällt dieser Vorteil dagegen deutlich geringer aus. Der einzelne Subwoofer hat dann weder weitere Subwoofer noch ausreichend tieftonfähige Lautsprecher als wirkungsvolle Unterstützung zur Verfügung. In einer solchen Konstellation sollte man deshalb genau prüfen, welchen zusätzlichen Nutzen ART gegenüber Dirac Live beziehungsweise Bass Control tatsächlich bietet.

Kosten und Voraussetzungen

Auch bei den Kosten unterscheiden sich Audyssey MultEQ-X und Dirac deutlich. Bei vielen kompatiblen Denon- und Marantz-Receivern ist Audyssey MultEQ XT32 bereits Bestandteil des Gerätes und kann ohne zusätzliche Software genutzt werden. Wer mehr Einfluss auf die Einmessung nehmen möchte, kann die kostenpflichtige Audyssey MultEQ Editor App für 20 Euro für Smartphone und Tablet verwenden. Noch deutlich weitergehende Möglichkeiten bietet MultEQ-X für Windows. Die MultEQ-X-Lizenz kostet in Deutschland aktuell 199 € und wird über den Microsoft Store erworben. Diese Lizenz wird einem Benutzer und einem bestimmten AVR zugeordnet und ist nicht auf ein anderes Gerät übertragbar.

Bei Dirac hängt der tatsächliche Preis stärker vom verwendeten AV-Receiver oder AV-Prozessor und dessen bereits enthaltenem Funktionsumfang ab. Dirac Live Room Correction kann bereits im Gerät enthalten sein oder muss separat lizenziert werden. Dirac nennt derzeit je nach Variante und Gerät Preise zwischen 99 und 349 US-Dollar. Bass Control kostet zusätzlich 299 US-Dollar, ART ebenfalls 299 US-Dollar. Für verschiedene Kombinationen bietet Dirac auch vergünstigte Lizenzpakete an.

Wichtig ist dabei die Abhängigkeit der einzelnen Dirac-Stufen: Bass Control setzt Dirac Live Room Correction voraus. ART benötigt ebenfalls Room Correction; werden Subwoofer eingesetzt, ist zusätzlich Bass Control erforderlich. Außerdem muss der jeweilige AV-Receiver oder AV-Prozessor die gewünschte Dirac-Funktion technisch unterstützen. Eine ART-Lizenz allein macht einen nicht ART-kompatiblen Prozessor daher nicht ART-fähig.

Für die Kaufentscheidung sollte deshalb nicht nur der Preis der einzelnen Softwarelizenz betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Funktionen das vorhandene Gerät bereits enthält, welche Erweiterungen es überhaupt unterstützt und welche davon für das eigene Lautsprecher- und Subwoofersystem tatsächlich sinnvoll sind.

Passende AV-Receiver und AV-Prozessoren

Welche Einmesssysteme zur Verfügung stehen, hängt auch vom eingesetzten AV-Receiver oder AV-Prozessor ab. Audyssey MultEQ XT32 und MultEQ-X findet man insbesondere bei Denon und Marantz, während Dirac Live, Bass Control und ART je nach Gerät und Hersteller in unterschiedlichen Ausbaustufen verfügbar sind.

Wer sich einen Überblick über passende Geräte verschaffen möchte, findet hier weiterführende Produktübersichten:

Grafische Übersicht Audyssey Raumkorrektur im Vergleich

Abbildung 2: AV-Receiver und AV-Prozessoren verschiedener Hersteller mit Audyssey, Dirac oder Trinnov Optimizer als Basis für die Raumkorrektur im Heimkino.

Audyssey oder Dirac – welches System passt zu wem?

Die Entscheidung zwischen Audyssey MultEQ-X und Dirac hängt weniger davon ab, welches System grundsätzlich „besser“ ist, sondern davon, wie intensiv man selbst in die Einmessung eingreifen möchte und welche Möglichkeiten das vorhandene Lautsprecher- und Subwoofersystem bietet.

MultEQ-X eignet sich besonders für Anwender, die ihre Einmessung selbst detailliert kontrollieren und optimieren möchten. Wer mit REW arbeitet, Messungen beurteilen kann und beispielsweise Zielkurven, Übergangsfrequenzen oder die Integration der Subwoofer Schritt für Schritt selbst abstimmen möchte, erhält mit MultEQ-X ein sehr flexibles Werkzeug. Für uns ist genau diese Arbeitsweise ein wesentlicher Vorteil von MultEQ-X.

Dirac Live eignet sich eher für Anwender, die einen stärker geführten und automatisierten Weg bevorzugen. Auch hier sind individuelle Anpassungen möglich und eine anschließende Kontrolle mit REW ist aus unserer Sicht sinnvoll. Man muss sich für ein gutes Ergebnis aber weniger intensiv mit der manuellen Entzerrung beschäftigen.

Für Bass Control und insbesondere ART wird die vorhandene Anlage entscheidend. Bei mehreren Subwoofern oder ausreichend tieftonfähigen Lautsprechern können die zusätzlichen Möglichkeiten von Dirac interessant werden. Bei einem klassischen System mit einem Subwoofer und kleinen, bei etwa 80 Hz getrennten Satelliten ist insbesondere das zusätzliche Potenzial von ART dagegen deutlich eingeschränkt.

Wer bereits einen kompatiblen Denon- oder Marantz-Receiver besitzt und bereit ist, sich intensiv mit MultEQ-X und REW zu beschäftigen, muss deshalb nicht automatisch zu Dirac wechseln. Umgekehrt können Bass Control und ART Funktionen bieten, die sich mit MultEQ-X nicht in gleicher Weise automatisiert realisieren lassen. Die sinnvollere Lösung hängt letztlich vom vorhandenen System, dem gewünschten Arbeitsaufwand und den eigenen Ansprüchen an die Optimierung ab.

Fazit: Ist Dirac besser als Audyssey?

Einen pauschalen Sieger im Vergleich zwischen Audyssey und Dirac gibt es nicht. Beide Systeme können ein Heimkino auf sehr hohem Niveau einmessen und optimieren – sie setzen dabei jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Audyssey MultEQ-X überzeugt vor allem durch die weitreichenden manuellen Eingriffsmöglichkeiten. In Verbindung mit REW lässt sich die Abstimmung sehr gezielt kontrollieren und Schritt für Schritt an das jeweilige Lautsprecher- und Subwoofersystem sowie den persönlichen Hörgeschmack anpassen. Genau diese Flexibilität ist der Grund, warum wir in unserer täglichen Einmesspraxis sehr gerne mit MultEQ-X arbeiten.

Dirac Live bietet dagegen einen stärker geführten und automatisierten Workflow. Mit Bass Control und insbesondere ART kommen zusätzliche Möglichkeiten hinzu, für die MultEQ-X kein direkt entsprechendes automatisiertes Verfahren bietet. Wie groß der praktische Vorteil von ART tatsächlich ist, hängt allerdings stark vom eingesetzten Lautsprecher- und Subwoofersystem ab.

Unsere Erfahrung zeigt deshalb: Nicht der Name des Einmesssystems entscheidet über das Ergebnis, sondern wie gut es eingesetzt wird.

Eine sorgfältige Messung, die richtige Zielkurve, eine saubere Integration der Subwoofer und die anschließende Kontrolle des Ergebnisses sind bei Audyssey ebenso entscheidend wie bei Dirac.

Professionelle Planung und Einmessung für dein Heimkino

Audyssey und Dirac können sehr gute Ergebnisse erzielen – entscheidend ist, wie das jeweilige System eingesetzt wird. Lautsprecher- und Subwooferpositionierung, Raumakustik, Zielkurve und die sorgfältige Kontrolle der Einmessung bestimmen wesentlich das Ergebnis.

Wir unterstützen dich bei der professionellen Einmessung und Optimierung deines Heimkinos – unabhängig davon, ob Audyssey MultEQ-X oder Dirac Live zum Einsatz kommt.

Das Ergebnis wird anschließend mit unabhängigen Messungen kontrolliert und das Gesamtsystem abschließend nach Gehör feinjustiert.

Mehr zu Professionelle Akustik-Optimierung und Einmessung >>

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Audyssey und Dirac

Ist Dirac besser als Audyssey?

Nein, nicht grundsätzlich. Beide Systeme können sehr gute Ergebnisse erzielen. MultEQ-X bietet besonders umfangreiche Möglichkeiten für eine manuell kontrollierte Optimierung, während Dirac einen stärker geführten Workflow bietet und mit Bass Control und ART zusätzliche Funktionen bereitstellt.

Lohnt sich Dirac, wenn mein AV-Receiver bereits Audyssey MultEQ XT32 hat?

Das hängt vom gewünschten Arbeitsablauf und vom vorhandenen Lautsprecher- und Subwoofersystem ab. Wer MultEQ-X zusammen mit REW nutzt und die Einmessung selbst detailliert optimiert, kann mit Audyssey sehr hochwertige Ergebnisse erzielen. Dirac wird insbesondere dann interessant, wenn Bass Control oder ART genutzt werden sollen.

Ist MultEQ-X oder Dirac Live einfacher zu bedienen?

Für Anwender ohne umfangreiche Erfahrung mit manuellen Messungen und REW ist Dirac Live in der Regel der stärker geführte Weg. MultEQ-X bietet dagegen sehr umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten und spielt seine Stärken besonders dann aus, wenn der Anwender die Ergebnisse zusätzlich misst und gezielt optimiert.

Brauche ich REW für Audyssey MultEQ-X oder Dirac?

REW ist für die grundlegende Verwendung beider Systeme keine Voraussetzung. Wer MultEQ-X wirklich ausreizen möchte, sollte die Ergebnisse aus unserer Sicht jedoch mit REW kontrollieren und gegebenenfalls nachoptimieren. Auch bei Dirac empfehlen wir eine anschließende Kontrollmessung.

Was ist der größte Vorteil von Dirac gegenüber Audyssey MultEQ-X?

Der größte funktionale Unterschied liegt in Dirac Live Bass Control und ART. Bass Control ermöglicht eine automatisierte gemeinsame Optimierung des Tieftonbereichs von Lautsprechern und Subwoofern. ART geht darüber hinaus und kann geeignete Lautsprecher und Subwoofer gegenseitig zur aktiven Kontrolle des Schallfeldes einsetzen.

Lohnt sich Dirac ART mit nur einem Subwoofer?

Das lässt sich nicht allein anhand der Anzahl der Subwoofer beantworten. ART benötigt geeignete Lautsprecher oder weitere Subwoofer, die als Support eingesetzt werden können. Bei einem einzelnen Subwoofer und kleinen Satellitenlautsprechern, die unterhalb von etwa 80 Hz kaum nutzbaren Tiefton liefern, ist das zusätzliche Potenzial von ART deshalb deutlich eingeschränkt. Mit mehreren räumlich verteilten Subwoofern und/oder ausreichend tieftonfähigen Lautsprechern stehen ART wesentlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Kann ich mit Audyssey MultEQ-X mehrere Subwoofer einmessen?

Ja. Abhängig vom verwendeten AV-Receiver können mehrere Subwoofer gemessen und korrigiert werden. MultEQ-X bietet jedoch kein direkt mit Dirac Bass Control oder ART vergleichbares automatisiertes Verfahren zur gemeinsamen Optimierung des gesamten Tieftonsystems.

Welches System verwenden wir bei Heimkinobau?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Einmesssystemen. MultEQ-X nutzen wir gerne, wenn eine sehr individuelle und manuell kontrollierte Abstimmung gewünscht ist. Entscheidend ist für uns nicht, welches Logo auf der Einmesssoftware steht, sondern welches Verfahren für das jeweilige Heimkino und die vorhandene Technik sinnvoll ist.

Mit welchem Einmesssystem arbeitet Holger von der Krone von VDK Akustik?

Auch unser langjähriger Partner für professionelle Einmessungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Holger von der Krone, arbeitet nicht ausschließlich mit Audyssey oder Dirac, sondern mit beiden Systemen. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der beim Kunden vorhandenen Technik, dem Lautsprecher- und Subwoofersystem sowie den jeweiligen Schwerpunkten der Einmessung ab. Neben Audyssey und MultEQ-X gehören auch Dirac Live und ART zu den von ihm eingesetzten Systemen. Entscheidend ist auch hier nicht der Name des Einmesssystems, sondern welches Werkzeug für das jeweilige Heimkino und die gewünschte Optimierung am sinnvollsten ist.

Quellen und weiterführende Informationen

Für die technischen Angaben in diesem Vergleich wurden insbesondere die offiziellen Dokumentationen von Audyssey und Dirac herangezogen. Die Aussagen zur praktischen Anwendung basieren zusätzlich auf unseren Erfahrungen aus professionellen Heimkino-Einmessungen.

Eigene Praxiserfahrung Heimkinobau GmbH

Die theoretischen Grundlagen werden durch Erkenntnisse aus über 680 realisierten Heimkinos und mehr als 2.000 durchgeführten Einmessungen ergänzt.

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