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Audyssey im Heimkino: MultEQ XT32, App und MultEQ-X erklärt

Zusammenfassung

In diesem Beitrag erklären wir, wie Audyssey im Heimkino funktioniert und welche Möglichkeiten das System heute bietet. Dabei unterscheiden wir zwischen MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32 sowie den zusätzlichen Möglichkeiten der MultEQ Editor App und der PC-Software MultEQ-X.

Wir zeigen, was bereits die automatische Audyssey-Einmessung leisten kann, welchen zusätzlichen Einfluss die erweiterten Werkzeuge ermöglichen und wo die Grenzen einer elektronischen Raumkorrektur liegen. Dabei wird deutlich, dass insbesondere MultEQ XT32 in Verbindung mit MultEQ-X wesentlich mehr Möglichkeiten bietet, als die klassische automatische Audyssey-Einmessung vermuten lässt.

Zum Schluss ordnen wir ein, für welche Anwendungen Audyssey sinnvoll ist und warum auch ein leistungsfähiges Einmesssystem eine gute Lautsprecher- und Subwooferplanung sowie die anschließende Kontrolle der Ergebnisse nicht ersetzen kann.

In unserer täglichen Praxis bei Einmessungen vor Ort bei unseren Kunden arbeiten wir am liebsten mit MultEQ-X, da wir hier am besten individuell in die Einstellungen eingreifen können. Dabei wird nicht nur nach den reinen Messdaten agiert und eingestellt, sondern im besonderen Fokus steht immer der Hörgeschmack des Kunden und Besitzers.

Über den Autor

Holger Franz ist Geschäftsführer der Heimkinobau GmbH und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Planung und dem Bau dedizierter Heimkinos. Mit mehr als 680 realisierten Heimkinos und über 2.000 Einmessungen zählt er zu den erfahrensten Heimkino-Planern und -Installateuren im deutschsprachigen Raum.
(Stand: 08-2026)

→ Mehr über den Autor Holger Franz

Einleitung

Audyssey gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Einmess- und Raumkorrektursystemen für AV-Receiver. Vor allem bei Denon und Marantz ist Audyssey weit verbreitet und bei vielen Geräten bereits ab Werk integriert.

Dabei ist Audyssey nicht gleich Audyssey. Je nach AV-Receiver kommt beispielsweise MultEQ, MultEQ XT oder MultEQ XT32 zum Einsatz. Zusätzlich gibt es die Audyssey MultEQ Editor App und mit MultEQ-X eine deutlich umfangreichere Software für den PC.

Doch was unterscheidet diese Varianten und wie leistungsfähig ist Audyssey heute tatsächlich?

Kurzantwort:

Audyssey kann deutlich mehr als nur Lautsprecherabstände und Pegel automatisch einzustellen. Insbesondere MultEQ XT32 bietet eine leistungsfähige Raumkorrektur. Mit der MultEQ Editor App lässt sich das Ergebnis zusätzlich beeinflussen, während MultEQ-X wesentlich umfangreichere Eingriffe und eine gezielte Kontrolle der Einmessung ermöglicht.

Wie gut das Ergebnis am Ende wird, hängt deshalb nicht nur von der verwendeten Audyssey-Version ab, sondern auch davon, wie Audyssey eingesetzt und das Ergebnis anschließend kontrolliert wird.

Inhaltsverzeichnis

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Was ist Audyssey und wie funktioniert es?

Audyssey ist ein Einmess- und Raumkorrektursystem, das bei vielen AV-Receivern von Denon und Marantz integriert ist. Ziel ist es, die Wiedergabe der Lautsprecher und Subwoofer an die akustischen Bedingungen des Raumes anzupassen.

Dazu werden über ein Messmikrofon mehrere Messungen an unterschiedlichen Positionen im Hörbereich durchgeführt. Audyssey erfasst dabei, wie sich die einzelnen Lautsprecher und Subwoofer im Raum tatsächlich verhalten. Auf Grundlage dieser Messungen werden unter anderem Lautsprecherabstände, Pegel und Korrekturfilter berechnet.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Raumkorrektur. Wände, Boden, Decke und Einrichtung beeinflussen den Schall und können insbesondere im Bassbereich deutliche Überhöhungen und andere Abweichungen verursachen. Audyssey versucht, solche Einflüsse durch digitale Filter zu reduzieren und eine möglichst ausgewogene Wiedergabe im vorgesehenen Hörbereich zu erreichen.

Merksatz: Audyssey korrigiert nicht den Raum selbst, sondern die Wiedergabe der Lautsprecher und Subwoofer unter Berücksichtigung ihres Verhaltens im Raum.

Dabei beschränkt sich Audyssey nicht ausschließlich auf den Frequenzgang. Insbesondere MultEQ XT32 arbeitet mit Filtern, die auch das zeitliche Verhalten der Wiedergabe berücksichtigen. Die häufig anzutreffende Aussage, Audyssey korrigiere lediglich den Frequenzgang, greift daher zu kurz.

Wie umfangreich die Korrektur ausfällt und welche Möglichkeiten zur nachträglichen Anpassung bestehen, hängt allerdings stark von der eingesetzten Audyssey-Version und den verwendeten Werkzeugen ab. Genau hier unterscheiden sich die einfache automatische Einmessung, MultEQ XT32, die MultEQ Editor App und MultEQ-X teilweise erheblich.

Welche Audyssey-Versionen gibt es?

Audyssey wird in unterschiedlichen Ausbaustufen eingesetzt. Welche Variante zur Verfügung steht, hängt vom jeweiligen AV-Receiver oder AV-Prozessor ab. Bei aktuellen Geräten von Denon und Marantz begegnen einem vor allem MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32.

Alle drei Varianten verfolgen grundsätzlich das gleiche Ziel: Die Wiedergabe der Lautsprecher und Subwoofer wird an die akustischen Bedingungen des Raumes angepasst. Die Unterschiede liegen vor allem in der Auflösung und Leistungsfähigkeit der verwendeten Korrekturfilter sowie im Umfang der Einmessung.

MultEQ bildet dabei die Basisversion. MultEQ XT arbeitet mit einer höheren Filterauflösung für die Lautsprecher. MultEQ XT32 ist die leistungsfähigste dieser drei Varianten und bietet eine nochmals deutlich höhere Filterauflösung – insbesondere auch für die Korrektur des Bassbereichs.

Für anspruchsvollere Heimkinos ist deshalb vor allem MultEQ XT32 interessant. Es kommt unter anderem in zahlreichen höherwertigen AV-Receivern und AV-Prozessoren von Denon und Marantz zum Einsatz.

Davon zu unterscheiden sind die Audyssey MultEQ Editor App und MultEQ-X. Dabei handelt es sich nicht um weitere Raumkorrektursysteme, sondern um zusätzliche Werkzeuge, mit denen sich die Audyssey-Einmessung wesentlich stärker beeinflussen und kontrollieren lässt.

Merksatz: MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32 bestimmen die technische Basis der Raumkorrektur. Editor App und MultEQ-X erweitern dagegen die Möglichkeiten, auf die Einmessung und das Ergebnis Einfluss zu nehmen.

Gerade diese Unterscheidung ist wichtig: Ein AV-Receiver mit MultEQ XT32 kann bereits vollständig automatisch eingemessen werden. Wer jedoch Zielkurven verändern, den Korrekturbereich gezielt festlegen oder tiefer in die berechneten Einstellungen eingreifen möchte, benötigt dafür zusätzliche Werkzeuge. Genau hier kommen die MultEQ Editor App und insbesondere MultEQ-X ins Spiel.

Double Bass Array richtig einmessen

Abbildung 1: Vergleich der Audyssey-Raumkorrekturverfahren MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl der Messpositionen sowie in der Filterauflösung für Lautsprecher und Subwoofer.

Hinweis: MultEQ-X ist keine weitere Audyssey-Version. Die PC-Software erweitert die Einstell- und Kontrollmöglichkeiten der im AV-Receiver vorhandenen MultEQ-, MultEQ-XT- oder MultEQ-XT32-Technologie.

Die höhere Filterauflösung von MultEQ XT32 bedeutet dabei nicht automatisch, dass jedes Heimkino damit optimal eingemessen ist. Entscheidend bleibt, wie die Messungen durchgeführt werden und welche akustischen Voraussetzungen im Raum vorhanden sind. Raumakustische Probleme lassen sich durch eine elektronische Raumkorrektur nur innerhalb bestimmter Grenzen beeinflussen. Eine sorgfältige Planung von Raumakustik, Lautsprecher- und Subwooferpositionierung kann viele Probleme bereits vor der Einmessung reduzieren oder vermeiden. Audyssey, die MultEQ Editor App und MultEQ-X sollten deshalb immer auf einer möglichst guten akustischen Ausgangssituation aufbauen.

Was kann die automatische Audyssey-Einmessung?

Die automatische Audyssey-Einmessung übernimmt bereits einen großen Teil der grundlegenden Einrichtung eines Heimkinos. Über das mitgelieferte Messmikrofon werden die einzelnen Lautsprecher und Subwoofer erfasst und anschließend automatisch aufeinander abgestimmt.

Dabei ermittelt Audyssey unter anderem Lautsprecherabstände, Pegel, Polarität und geeignete Übergangsfrequenzen. Zusätzlich werden auf Basis mehrerer Messpositionen Korrekturfilter berechnet, die akustische Einflüsse des Raumes auf die Wiedergabe reduzieren sollen. Denon empfiehlt bei MultEQ XT32 Messungen an mindestens sechs und ermöglicht bis zu acht Positionen.

Der große Vorteil liegt in der einfachen Anwendung: Auch ohne zusätzliche Software oder tiefere Kenntnisse der Raumakustik erhält der Anwender innerhalb kurzer Zeit eine vollständige Grundeinmessung seines Mehrkanalsystems.

Diese Automatik ist gleichzeitig aber auch die wesentliche Einschränkung. Audyssey entscheidet anhand seiner Messungen und hinterlegten Algorithmen weitgehend selbst, welche Einstellungen und Korrekturen vorgenommen werden. Das Ergebnis kann gut sein, lässt sich mit der normalen Einmessung jedoch nur begrenzt gezielt beeinflussen.

Merksatz: Die automatische Audyssey-Einmessung liefert eine komplette Grundeinstellung des Heimkinos – sie ersetzt aber nicht die Kontrolle, ob die automatisch ermittelten Einstellungen im konkreten Raum tatsächlich sinnvoll sind.

Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen automatisch berechnet und optimal. Abstände, Pegel und Übergangsfrequenzen können nach der Einmessung manuell verändert werden, ohne dass dadurch die Audyssey-Raumkorrektur deaktiviert wird. Wer darüber hinaus Einfluss auf die eigentliche Korrektur nehmen möchte, benötigt jedoch zusätzliche Möglichkeiten.

Genau dafür bietet Audyssey zunächst die MultEQ Editor App und darüber hinaus die deutlich umfangreichere MultEQ-X Software an.

Was bietet die Audyssey MultEQ Editor App?

Die Audyssey MultEQ Editor App erweitert die automatische Einmessung um zusätzliche Möglichkeiten, das berechnete Ergebnis nach den eigenen Anforderungen anzupassen. Die eigentliche Raumkorrektur bleibt dabei Audyssey MultEQ beziehungsweise MultEQ XT oder XT32 – die App ermöglicht jedoch einen deutlich größeren Einfluss auf deren Einstellungen.

Ein wichtiger Punkt ist die Zielkurve. Sie beschreibt vereinfacht, welchen Frequenzgang Audyssey nach der Korrektur anstrebt. Mit der Editor App kann diese Zielkurve angepasst werden, beispielsweise wenn im Bassbereich eine andere Abstimmung gewünscht wird.

Darüber hinaus lässt sich festlegen, bis zu welcher Frequenz Audyssey korrigieren soll. Damit kann die Raumkorrektur beispielsweise auf den Bass- und unteren Mitteltonbereich begrenzt werden, während höhere Frequenzen weitgehend unangetastet bleiben.

Auch die sogenannte Midrange Compensation kann beeinflusst werden. Dabei handelt es sich um eine von Audyssey vorgesehene Absenkung im Mitteltonbereich, die bei bestimmten Lautsprecherkonstruktionen sinnvoll sein kann, aber nicht grundsätzlich für jeden Lautsprecher die optimale Lösung darstellen muss.

Merksatz: Die MultEQ Editor App verändert nicht die grundlegende Audyssey-Technologie – sie gibt dem Anwender mehr Kontrolle darüber, welches Ergebnis Audyssey anstreben soll.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die bei der Einmessung erfassten Daten gespeichert werden. Änderungen an der Zielkurve oder anderen Einstellungen können dadurch vorgenommen und anschließend erneut an den AV-Receiver übertragen werden, ohne jedes Mal eine komplette neue Messung durchführen zu müssen.

Damit ist die Editor App ein sinnvoller Zwischenschritt zwischen der weitgehend automatischen Audyssey-Einmessung und einer deutlich umfangreicheren Bearbeitung. Wer jedoch noch gezielter in Zielkurven, Filterbereiche und automatisch ermittelte Parameter eingreifen und die Messungen detaillierter beurteilen möchte, findet diese Möglichkeiten vor allem in Audyssey MultEQ-X.

Double Bass Array richtig einmessen: Messmikrofon an der Rückwand und am Referenzsitzplatz

Abbildung 2: Filter-Frequenzbereich in der Audyssey MultEQ Editor App. Der Anwender kann festlegen, bis zu welcher Frequenz Audyssey die Raumkorrektur für die jeweilige Lautsprechergruppe anwenden soll.

Double Bass Array richtig einmessen: Messmikrofon an der Rückwand und am Referenzsitzplatz

Abbildung 3: Darstellung der Raumkorrektur in der Audyssey MultEQ Editor App. Links ist der erfasste Frequenzgang vor der Korrektur, rechts das von Audyssey berechnete Ergebnis nach der Korrektur dargestellt. Die Nachher-Kurve ist keine unabhängige Kontrollmessung am Hörplatz.

Was bietet Audyssey MultEQ-X?

Audyssey MultEQ-X ist die umfangreichste Möglichkeit, eine Audyssey-Einmessung gezielt zu bearbeiten und zu kontrollieren. Die Windows-Software richtet sich an Anwender und Installateure, die deutlich tiefer in die Raumkorrektur eingreifen möchten, als dies über den AV-Receiver oder die MultEQ Editor App möglich ist. Audyssey bietet zusätzlich mit MultEQ-X Pro eine Version für professionelle Installateure an, die technisch auf derselben Kalibrierungstechnologie basiert.

MultEQ-X stellt die einzelnen Messungen und Frequenzgänge detaillierter dar und bietet wesentlich umfangreichere Möglichkeiten zur Gestaltung der Zielkurven. Dabei können unterschiedliche Vorgaben für einzelne Lautsprecher oder Lautsprechergruppen erstellt und der Frequenzbereich, in dem Audyssey korrigieren soll, gezielt festgelegt werden.

Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt im Umgang mit den automatisch ermittelten Einstellungen. MultEQ-X erlaubt es, Parameter manuell zu überschreiben und beispielsweise erkannte Grenzfrequenzen oder Filterbereiche gezielt anzupassen. Damit wird aus der weitgehend automatischen Audyssey-Einmessung ein Werkzeug, bei dem der Anwender wesentlich stärker bestimmen kann, wie die Raumkorrektur arbeiten soll.

Merksatz: MultEQ-X ersetzt Audyssey nicht durch ein anderes Einmesssystem – es gibt dem Anwender deutlich mehr Kontrolle über die Berechnung und Anwendung der Audyssey-Korrektur.

Zusätzlich kann MultEQ-X mit dem optionalen ACM1-X Messmikrofon verwendet werden. Im Gegensatz zum serienmäßig mitgelieferten Audyssey-Mikrofon wird jedes ACM1-X individuell vermessen und erhält eine eigene Kalibrierdatei, die anhand der Seriennummer direkt in MultEQ-X geladen werden kann. Dadurch lassen sich Abweichungen des jeweiligen Mikrofons genauer berücksichtigen.

Der größere Funktionsumfang bedeutet allerdings auch, dass MultEQ-X mehr Fachwissen voraussetzt. Eine zusätzliche Einstellmöglichkeit führt nicht automatisch zu einem besseren Ergebnis. Gerade Veränderungen an Zielkurven, Filtergrenzen oder Bassmanagement sollten deshalb nicht allein anhand der grafischen Darstellung vorgenommen, sondern anschließend durch unabhängige Messungen kontrolliert werden.

Für eine professionelle Einmessung ist MultEQ-X damit ein erheblich leistungsfähigeres Werkzeug als die reine Audyssey-Automatik. Entscheidend bleibt jedoch, was aus den zusätzlichen Möglichkeiten gemacht wird.

Double Bass Array richtig einmessen: Messmikrofon an der Rückwand und am Referenzsitzplatz

Abbildung 4: Darstellung der einzelnen Messpositionen in Audyssey MultEQ-X. Die Frequenzgänge der Lautsprecher lassen sich für die verschiedenen Messpositionen detailliert beurteilen und einzelne Positionen bei Bedarf von der Berechnung ausschließen.

Double Bass Array richtig einmessen: Messmikrofon an der Rückwand und am Referenzsitzplatz

Abbildung 5: Bearbeitung der Zielkurve in Audyssey MultEQ-X. Über zusätzliche Filter lässt sich die gewünschte Abstimmung gezielt verändern und einzelnen Lautsprechern oder Lautsprechergruppen zuweisen. Audyssey berechnet daraus anschließend die entsprechenden Korrekturfilter.

Wo liegen die Grenzen von Audyssey?

Auch mit MultEQ XT32 und MultEQ-X bleibt Audyssey ein Raumkorrektursystem. Es kann akustische Probleme innerhalb bestimmter Grenzen elektronisch beeinflussen, aber weder eine ungünstige Lautsprecheraufstellung noch grundlegende Probleme der Raumakustik vollständig kompensieren.

Besonders deutlich wird dies im Bassbereich. Überhöhungen durch Raummoden lassen sich häufig wirkungsvoll reduzieren. Tiefe Auslöschungen sind dagegen wesentlich schwieriger zu korrigieren, weil sich Schallanteile am Hörplatz gegenseitig auslöschen. Eine starke elektronische Anhebung kann dann viel Verstärkerleistung und Membranhub benötigen, ohne das eigentliche Problem zuverlässig zu beseitigen.

Auch mehrere Subwoofer werden durch Audyssey nicht automatisch zu einem optimal abgestimmten Basssystem. Ihre Positionierung, Laufzeiten, Pegel und das Zusammenspiel mit den Hauptlautsprechern bleiben entscheidend für das erreichbare Ergebnis. Gerade bei komplexeren Basskonzepten sollte deshalb bereits vor der eigentlichen Raumkorrektur eine möglichst gute Ausgangssituation geschaffen werden.

Merksatz: Eine Raumkorrektur kann eine gute akustische Ausgangssituation verbessern – sie kann eine schlechte Planung aber nicht vollständig reparieren.

Eine weitere Grenze liegt in der Bewertung des Ergebnisses. Die von Audyssey angezeigten Kurven zeigen, was das System gemessen beziehungsweise berechnet hat. Ob das Ergebnis am Hörplatz tatsächlich wie gewünscht erreicht wird, lässt sich zuverlässiger durch eine unabhängige Kontrollmessung, beispielsweise mit REW, beurteilen.

In unserer Praxis betrachten wir eine automatische Einmessung deshalb grundsätzlich als Ausgangspunkt und nicht als abschließenden Nachweis für ein optimales Ergebnis. Gerade bei anspruchsvolleren Heimkinos kontrollieren wir unter anderem Frequenzgänge, Übergangsbereiche und das Zusammenspiel von Lautsprechern und Subwoofern anschließend messtechnisch.

Audyssey kann damit sehr gute Ergebnisse erzielen – insbesondere mit MultEQ XT32 und den erweiterten Möglichkeiten von MultEQ-X. Entscheidend sind aber weiterhin die Voraussetzungen im Raum, die korrekte Einrichtung des Systems und die fachgerechte Beurteilung der Ergebnisse.

Für wen ist Audyssey die richtige Lösung?

Audyssey hat einen entscheidenden Vorteil: Bei vielen AV-Receivern von Denon und Marantz ist das System bereits integriert. Für den Anwender entstehen für die grundlegende Einmessung daher keine zusätzlichen Lizenzkosten, und es wird zunächst keine weitere Software benötigt.

Für viele Heimkinos kann bereits die automatische Einmessung eine sinnvolle Grundlage schaffen. Wer mehr Einfluss auf das Ergebnis nehmen möchte, kann das System anschließend mit der MultEQ Editor App oder MultEQ-X deutlich erweitern. Dadurch lässt sich Audyssey vom weitgehend automatischen Einmesssystem bis hin zu einem umfangreichen Werkzeug für eine individuelle Abstimmung ausbauen.

Besonders interessant ist dabei MultEQ XT32 in Verbindung mit MultEQ-X. Diese Kombination bietet umfangreiche Möglichkeiten, Zielkurven und Korrekturbereiche festzulegen und die automatische Berechnung gezielt an das jeweilige Heimkino anzupassen.

Merksatz: Audyssey ist nicht nur eine einfache automatische Einmessung. Mit MultEQ XT32 und MultEQ-X steht ein leistungsfähiges Raumkorrektursystem zur Verfügung, das sich weitreichend an das jeweilige Heimkino anpassen lässt.

Die zusätzlichen Möglichkeiten sind allerdings nur dann von Vorteil, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden. Wer MultEQ-X verwendet, sollte deshalb über entsprechendes Wissen verfügen und idealerweise die Möglichkeit haben, das Ergebnis mit einer unabhängigen Messsoftware wie REW zu überprüfen.

Für Anwender, die ihren AV-Receiver einfach automatisch einmessen möchten, bietet Audyssey damit einen unkomplizierten Einstieg. Für ambitionierte Anwender und professionelle Installationen bieten die erweiterten Werkzeuge gleichzeitig deutlich mehr Möglichkeiten zur individuellen Optimierung.

Ob Audyssey damit auch gegenüber anderen modernen Raumkorrektursystemen die beste Lösung darstellt, lässt sich daraus allerdings noch nicht ableiten. Den direkten Vergleich mit Dirac Live, Dirac Live Bass Control und Dirac Live ART behandeln wir deshalb in einem separaten Fachartikel.

Audyssey professionell einmessen und optimieren lassen

Eine automatische Audyssey-Einmessung ist eine gute Grundlage – das bestmögliche Ergebnis entsteht aber erst durch die Kontrolle und gezielte Optimierung des gesamten Systems.

Wir führen professionelle Einmessungen und Akustik-Optimierungen direkt vor Ort durch. Dabei überprüfen und optimieren wir nicht nur Audyssey, sondern auch Lautsprecher, Subwoofer, Übergangsbereiche, Pegel, Laufzeiten und Frequenzgänge. Je nach vorhandenem System arbeiten wir dabei auch mit den erweiterten Möglichkeiten von MultEQ-X.

Das Ergebnis wird anschließend mit unabhängigen Messungen kontrolliert und das Gesamtsystem abschließend nach Gehör feinjustiert.

Mehr zu Professionelle Akustik-Optimierung und Einmessung >>

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Audyssey

Was ist Audyssey?

Audyssey ist ein Einmess- und Raumkorrektursystem, das unter anderem in vielen AV-Receivern und AV-Prozessoren von Denon und Marantz integriert ist. Es misst Lautsprecher und Subwoofer im Hörraum und berechnet daraus unter anderem Pegel, Abstände und Korrekturfilter für die Wiedergabe.

Was ist der Unterschied zwischen MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32?

MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32 sind unterschiedliche Ausbaustufen der Audyssey-Raumkorrektur. Sie unterscheiden sich insbesondere in der Leistungsfähigkeit und Auflösung der verwendeten Filter. MultEQ XT32 ist die leistungsfähigste der drei Varianten und wird vor allem in höherwertigen AV-Receivern und AV-Prozessoren eingesetzt.

Korrigiert Audyssey nur den Frequenzgang?

Nein. Die häufige Aussage, Audyssey korrigiere ausschließlich den Frequenzgang, ist zumindest für MultEQ XT32 falsch. Denon beschreibt ausdrücklich, dass MultEQ XT32 auf Grundlage der Einmessung sowohl die Zeit- als auch die Frequenzmerkmale des Hörraums korrigiert.

Was ist der Unterschied zwischen der MultEQ Editor App und MultEQ-X?

Die MultEQ Editor App erweitert die automatische Audyssey-Einmessung beispielsweise um die Anpassung der Zielkurve und des Korrekturbereichs. MultEQ-X bietet wesentlich umfangreichere Möglichkeiten und erlaubt unter anderem detailliertere Zielkurven, individuelle Korrekturbereiche und das manuelle Überschreiben automatisch ermittelter Parameter.

Wie viele Messpositionen sollte man bei Audyssey verwenden?

Bei MultEQ XT32 sind bis zu acht Messpositionen möglich. Denon empfiehlt für bestmögliche Ergebnisse mindestens sechs Messungen. Die weiteren Messpositionen sollen sich innerhalb von 60 cm um die Haupthörposition befinden. Wir haben in der Praxis in den letzten Jahren festgestellt, dass drei bis vier Messpositionen innerhalb von 30cm um die Haupthörposition das präziseste und beste Ergebnis am Referenzsitzplatz ergeben.

Kann Audyssey mehrere Subwoofer einmessen?

Ja. Bei entsprechend ausgestatteten AV-Receivern kann Audyssey MultEQ XT32 zusammen mit Sub EQ HT Pegel- und Laufzeitunterschiede mehrerer Subwoofer berücksichtigen und anschließend die MultEQ-XT32-Korrektur anwenden. Das ersetzt allerdings nicht grundsätzlich eine optimale Positionierung und Abstimmung der Subwoofer im Raum.

Ist Audyssey besser als Dirac Live?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Audyssey MultEQ XT32 bietet insbesondere in Verbindung mit MultEQ-X umfangreiche Möglichkeiten zur Raumkorrektur. Dirac Live verfolgt teilweise andere Ansätze und bietet mit Dirac Live Bass Control und Dirac Live ART zusätzliche Funktionen. Die Unterschiede zwischen Audyssey und Dirac behandeln wir deshalb ausführlich in unserem separaten Fachartikel „Audyssey vs. Dirac“.

Quellen und weiterführende Informationen

Audyssey MultEQ-X – offizielle Produktinformationen
Übersicht zu MultEQ-X, den erweiterten Kalibrierungsmöglichkeiten und dem individuell kalibrierten ACM1-X Messmikrofon.

Audyssey MultEQ-X User Guide, Version 1.6
Technische Dokumentation zu Messung, Zielkurven, Filtereinstellungen, Korrekturbereichen und Kalibrierung mit MultEQ-X.

Audyssey – Einführung von MultEQ-X
Hintergrundinformationen zu den erweiterten Einstellmöglichkeiten von MultEQ-X und zur detaillierten Auswertung der einzelnen Lautsprecherkanäle.

Audyssey ACM1-X – individuell kalibriertes Messmikrofon
Technische Informationen zur individuellen Kalibrierung des ACM1-X und zur Verwendung der jeweiligen Kalibrierdatei in MultEQ-X.

Produktübersicht über AV-Receiver und Vorstufen bei Grobi.tv
Ausführliche Übersicht aller gängigen und bei unserem Partner Grobi.tv verfügbaren AV-Receiver und Mehrkanal-Vorstufen mit den unterschiedlichen Raumkorrektur-Programmen von Audyssey und Dirac sowie Trinnov.

Eigene Praxiserfahrung Heimkinobau GmbH

Die theoretischen Grundlagen werden durch Erkenntnisse aus über 680 realisierten Heimkinos und mehr als 2.000 durchgeführten Einmessungen ergänzt.

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